Das Kircheninnere in weiteren Einzeldarstellungen

 

Presbyterium


Das Mauerwerk des Presbyteriums wird in seinem unteren Teil durch drei rundbogige. glasbemalte Fenster in schräger Laibung gegliedert.

Hl. LeopoldIm ersten Fenster ist der Heilige Leopold dargestellt.

Der um 1075 geborene Markgraf vor Österreich bewies echt kirchliche Gesinnung und große Papsttreue, sodaß der Papst ihn „Filius S.Petri" - Sohn des Hl.Petrus - nannte.Außer Klosterneuburg gründete Leopold die Zisterzienserabtei Heiligenkreuz (1135) und die Benediktinerabtei Klein-Mariazell (1134). Im Jahre 1136 starb er, 1485 sprach ihn Papst Innozenz VII. heilig. 1663 wurde er Landespatron von Österreich. Leopold wird allgemein im Mantel mit Hermelinkragen oder in Rüstung und Mantel, immer aber mit Herzogshut dargestellt. Hinzu kommen ein Banner mit dem österreichischen Wappen und ein Kirchenmodell, das auf die Stiftung Klosterneuburg hinweist.



Das zweite Fenster ist dem Kirchenpatron Jakobus d.Ä. gewidmet.

Das dritte Fenster, auf der gegenüberliegenden Wand, zeigt die Hl. Theresia von Lisieux, eine der rührendsten und zartesten Heiligengestalten. Sie starb vierundzwanzigjährig am 30.September 1897. Schon als Fünfzehnjährige war sie in den Orden der Karmelitinnen eingetreten, wo sie das Kindsein vor Gott einzigartig vorlebte. Sterbend versprach sie „Ich werde Rosen vom Himmel regnen lassen", wozu Papst Pius XI. bei ihrer Heiligsprechung feierlich und öffentlich bekannte: „Die Gnaden, die ihrer Fürsprache zugeschrieben werden, sind unzählbar".

Volksaltar und Ambo aus rotem Marmor wurden 1984 errichtet. Durch Beseitigung der aus 1806 stammenden Speisegitter vergrößerte man damals das Presbyterium, womit es ins Hauptschiff hineinreicht und auch den Zugang zur Taufkapelle mit einschließt.

 

Taufkapelle

SPieta in der Taufkapellechon anläßlich des Kirchenerweiterungsbaus, der von Juni bis November 1935 durchgeführt wurde, hatte man einen Durchbruch zu der bis dahin nur von der Sakristei aus begehbaren ehemaligen Schatzkammer geschaffen; mit deren endgültiger Bestimmung als wohl ausgestattete Taufkapelle anläßlich der kompletten Revitalisierung 1983/84.

Vor allem die beiden Bilder, an Maulpertsch gemahnend, können an die Schatzkammerzelt des 18. Jahrhunderts erinnern. Die heutige Taufkapelle birgt am Karsamstag auch das Heilige Grab. Besonders wertvoll Ist die barocke Pieta.

 

Hauptschiff


An den Pfeilern des Triumphbogens sehen wir zwei barocke Bilder, und zwar rechts den Hl. Hieronymus (Kirchenlehrer, etwa 340-420; die  gesamte  Fassung,  Anordnung und  Übersetzung  der hebräisch, griechisch und lateinisch nur In einzelnen Büchern vorliegenden Hl. Schrift ist sein Werk), und links den Hl. Augustinus (Kirchenvater, 354-430). Von seinem reichen Schrifttum sind besonders seine „Bekenntnisse" -„Confessiones" und der „Gottesstaat -De Civitate Dei" zu nennen. Der Maler der beiden Bilder Ist unbekannt.

Die Kanzel, deren Aufgang bis 1935 über Sakristei und Schatzkammer führte, wurde damals neu gestaltet, nur der Kanzeldeckel, auf dem ein Kreuz und auf Wolken thronende Engel mit Trompete und Buch zu sehen sind, stammt noch aus dem späten 18. Jahrhundert.
Den separaten Aufgang zur Kanzel aus 1935 hat man 1983/84 wieder entfernt.

Die Kristalluster im Altarraum sind Jugendstilluster, während die Beleuchtung des Hauptschiffes anläßlich der Restaurierung 1984 modernisiert wurde.

An der Nordwand befindet sich ein aus der Barockzelt stammendes Gemälde, das aus der Kartause Mauerbach In unsere Pfarre gelangte, nämlich eine Darstellung der Hl. Theresia von Avila. 

Die Mystikerin Theresia wurde 1515 in Avila geboren und trat 18-jährlg in das dortige Karmelitinnenkloster ein. Unter größten Schwierigkeiten führt sie 1560 mit dem Hl. Johannes vom Kreuz die Reform des Karmelitenordens durch, starb 1582 in Alba und wurde 1622 heiliggesprochen. Theresia wird ohne besondere Attribute als Karmelitin mit Skapulier, Mantel, Wimpel und Schleier dargestellt, in der italienischen Kunst oft mit einem Engel, der ihr Herz mit einem feurigen Pfeil durchbohrt. Auch unser Bild hat diese Ikonographie übernommen. Christus erscheint der in mystischer Verzückung vom Pfeil durchbohrten Theresa. Der Maler des Bildes ist unbekannt, es wurde 1989 restauriert.

Seitenschiff

Kreuzweg von HumpelDer Kreuzweg aus 1951 - zunächst im Hauptschiff -. vierzehn Reliefbilder von Prof. Josef Humpllk (1888-1958), wurde 1984 ins Seitenschiff transferiert und neu bronziert. Der Purkersdorfer Humplik, ein Künstler, der dem Secessionismus sehr nahe stand, schuf die Plastiken für unsere Kirche unter Pfarrer Hessle (1941-1960).

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die Beleuchtung des Seitenschiffes erfolgt durch Glasfenster (103 x105), die ebenfalls ein Purkersdorfer Künstler. Prof. Horst Aschermann (geb. 1932), geschaffen hat. Eines der Hauptthemen seines Œuvres ist die Darstellung der Genesis (bekannt sind seine Relieftafeln der „Hetzendorfer Genesis"). Hier wurde mit Antikglas gearbeitet, nach klassischer Methode, mit Bleifassung der einzelnen Teile.

Das erste Fenster (nahe dem Seitenaltar) zeigt das Auge Gottes, den Beginn des Schöpfungsprozesses - die Scheidung von Festland und Wasser, d.h. die Kristallisation von Materie - „das Prinzip".Das nächste Fenster zeigt die Erschaffung des Menschen. Hierauf wird das Werden der Säugetiere gestaltet. Das folgende Bild ist der Entstehung des Lebens aus dem Wasser gewidmet. Die letzte Darstellung demonstriert die Vielfalt der Pflanzenwelt.

Glasfenster im Seitenschiff


Den einfachen Seitenaltartisch ziert eine Statue des Heiligen Josef mit dem Jesuskind

Die unmittelbar auf den Eingangsraum folgenden Teile von Haupt- und Seitenschiff waren ursprünglich durch schmiedeeiserne Gitter von diesen getrennt. In einer Nische, links, befindet sich auf einem Sockel die Büste von Judas Thaddäus, ebenfalls ein Werk von Josef Humpllk. Belm Ausgang finden sich die Statuen der Hl. Theresia v. Lisieux und des Hl. Antonius von Padua.